• 2021 Moria Lesbos ©Willi Filz

Familiennachzug: Wenn die Mama tausende Kilometer weit weg ist

Im Koalitionsvertrag hat sich die Ampel-Regierung zu einem beschleunigten Verfahren zum Familiennachzug bekannt. Doch bisher sind den Worten keine Taten gefolgt. Noch immer sind tausende Flüchtlingsfamilien voneinander getrennt. Zum Tag der Familie am 15. Mai fordert PRO ASYL: Die Bundesregierung muss ihr Versprechen einlösen.

Als die Ampel-Regierung ihr Amt antrat, hatte sie sich mit Blick auf die Flüchtlingspolitik und den Familiennachzug viel vorgenommen: Die Visavergabe soll beschleunigt und verstärkt digitalisiert werden, minderjährige Geschwister beim Familiennachzug nicht länger ausgenommen sein. Die diskriminierende Unterscheidung zwischen Flüchtlingen, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) anerkannt sind, und denen, die subsidiären Schutz erhalten, soll abgeschafft werden. So ist es im Koalitionsvertrag vorgesehen. PRO ASYL hatte sich im Vorfeld für diese Änderungen stark gemacht und die Ankündigungen im Koalitionsvertrag begrüßt.

Knapp hundert Tage seit Regierungsantritt der Ampel muss eine ernüchternde Bilanz gezogen werden. SPD, FDP und Grüne haben bisher weder entsprechende Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht – etwa zur Gleichstellung von subsidiär Geschützten mit GFK-Flüchtlingen – noch haben sie für Verbesserungen auf Verwaltungsebene gesorgt, die ohne Gesetzesänderungen leicht möglich wären.  Das ist bitter, gerade weil es hier nicht um abstrakte Prozesse geht, sondern um Familien, die seit Jahren auseinandergerissen sind. Jeder Tag, den sie länger auf ihre Ehepartner, Kinder oder Eltern warten, ist für sie ein Tag voller Sehnsucht, Sorgen und Ängste.

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