Aachen, 04.10.2021

Gegendarstellung Berichterstattung in AZ/AN vom 30.09.2021 Flüchtlingsberater: Verfahren eingestellt

 Gegendarstellung durch Refugio e.V. zu dem Artikel „Flüchtlingsberater: Verfahren eingestellt“ von Herrn Marlon Gego (Seite 8, Region & NRW) in der Aachener Zeitung/ den Aachener Nachrichten (Ausgabe Aachen Stadt) am Donnerstag, 30.09.2021 Mit Unverständnis und großer Irritation nehmen wir die Berichtserstattung in der AN/AZ vom 30.09.2021 zur Einstellung des Verfahrens gegen unseren Mitarbeiter zu Kenntnis. Mit dieser Gegendarstellung wehren wir uns gegen die unwahre und tendenziöse Berichterstattung und beziehen uns hierzu auf den Pressekodex des Deutschen Presserats, der in der Bundesrepublik Deutschland die geltenden „Ethischen Standards für den Journalismus“ benennt, welche unseres Erachtens in dem Artikel von Herrn Gego in verschiedener Hinsicht schwerwiegend verletzt wurden. Wir sehen nicht, dass die unter Ziffer 1 des Pressekodex geforderte „Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“ in dem Artikel gewahrt wurden und kritisieren diese mediale Berichterstattung zu unserem Mitarbeiter und der Beratungsstelle Café Zuflucht. Trotz bereits erfolgtem Gespräch mit der Verlagsleitung nach der Veröffentlichung des sehr problematischen Artikels „Flüchtlingsberater unter Verdacht“ in AZ/ AN vom 28.08.2020 wurden auch jetzt wieder ethische Standards durch Herrn Gego missachtet.

Mit dieser Gegendarstellung werden wir im Folgenden
(1) den Verstoß gegen die journalistische „Sorgfalt“ [Ziffer 2 Pressekodex],
(2) den Verstoß gegen den „Schutz der Persönlichkeit“ [Ziffer 8 Pressekodex]
(3) den Verstoß durch „Diskriminierungen“ [Ziffer 12]
zu Lasten unseres Mitarbeiters und der Beratungsstelle Café Zuflucht deutlich machen.
(1) Verstoß gegen journalistische Sorgfalt

Spalte 1:
Unwahr ist die Behauptung „Das Aachener Landgericht hat das Verfahren gegen einen Mitarbeiter
des Café Zuflucht wegen 32 Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz eingestellt.“
Wahr ist, dass das Verfahren eingestellt wurde, weil unserem Mitarbeiter in 30 Fällen eindeutig kein
Fehlverhalten nachgewiesen wurde (d.h. in diesen 30 Fällen wäre ein Freispruch erfolgt), ein Fall seine
Eltern betraf und im letzten Fall Unsicherheit darüber herrschte, zu welchem Ergebnis man nach
weiterer Ermittlungsarbeit gekommen wäre.

Spalte 1/2:
Unwahr ist die Behauptung „Mehrere Zeugen, die der Mitarbeiter im Café Zuflucht vor der Auftragsstellung
beraten hatte, sagen vor Gericht aus, der 44jährige habe gewusst, dass sie im Besitz eines
Reisepasses gewesen seien.“

Weiterlesen: ⇒Gegendarstellung zu Artikel von Gego 2021_10_04


Pressemitteilung

Aachen, 27.09.2021

 

Verfahren gegen Mitarbeiter des Café Zuflucht vorzeitig eingestellt!


„Mit großer Freude und Genugtuung nehmen wir zur Kenntnis, dass das Verfahren gegen unseren
Mitarbeiter vorzeitig eingestellt worden ist“, so Andrea Genten, Martin Hilgers und Erik Sauer,
Vorstand von Refugio e. V., dem Trägerverein des Café Zuflucht.

Refugio e. V. hatte die Eröffnung des Verfahrens in einer öffentlichen Stellungnahme vom 02.07.2021
ausdrücklich begrüßt und erklärt, dass man darauf vertraue, dass in dem anstehenden Verfahren Recht
gesprochen werde. „Dies ist nun geschehen. Mit der vorzeitigen Einstellung des Verfahrens konnte
unser Mitarbeiter von den erhobenen Vorwürfen entlastet werden. Seine persönliche und
professionelle Integrität wurde durch das Gericht wiederhergestellt. Dafür unser ausdrücklicher Dank
an das Gericht“, so der Vorstand von Refugio e.V.

Die Einstellung des Verfahrens erfolgte gegen Geldauflage - nicht zuletzt, weil der betroffene
Mitarbeiter seine sich ohne Papiere in Deutschland aufhaltenden Eltern unterstützt und damit juristisch
Beihilfe zu „Illegalen Aufenthalt“ geleistet hat. Mittlerweile konnte der Aufenthalt der Eltern
legalisiert werden.

Bereits vor der Verfahrenseröffnung hatte sich der zunächst erhobene Vorwurf der „kriminellen
Schleusung“ als gegenstandslos erwiesen. Im Laufe des Verfahrens wurden darüber hinaus eklatante
Mängel bei den Ermittlungen deutlich, die Bundespolizei und Staatsanwaltschaft auf Veranlassung der
Ausländerbehörde Aachen durchgeführt hatten. Im Prozess zeigte sich, dass im Laufe der letzten vier
Jahre einseitig und ohne die gebotene Sorgfalt ermittelt worden ist. - mit erheblichen Konsequenzen
für den betroffenen Mitarbeiter und die gesamte Beratungsstelle Café Zuflucht:

Der im Verdacht stehende Mitarbeiter sah sich über diesen langen Zeitraum Vorwürfen ausgesetzt, die
seine persönliche und professionelle Integrität in Frage gestellt haben. Persönlich hat ihn das
zermürbende Verfahren stark belastetet und auch in seiner beruflichen Tätigkeit erheblich
eingeschränkt. „Unser Dank gilt allen Mitarbeiter.innen des Café Zuflucht, die ihm solidarisch und
kollegial mit beeindruckender Selbstverständlichkeit den Rücken gestärkt haben“, so der Vorstand von
Refugio e. V.

Auch das Café Zuflucht insgesamt sah sich mit einer erheblichen Rufschädigung konfrontiert, die fast
zur Insolvenz der Beratungsstelle geführt hätte, bewilligte Projekte mussten zurückgenommen werden,
die Spendenakquise wurde maßgeblich beeinträchtigt.

Im Verlaufe des Prozesses haben sich die erhobenen Vorwürfe nun als substanz- und haltlos erwiesen.
Offen bleibt die Frage, in wieweit die zugrunde liegende Motivation dieses Prozesses als Ausdruck
von Entwicklungen der Einschüchterung und Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe einzuordnen ist.
Dank seines herausragenden Rufes und der breiten zivilgesellschaftlichen Unterstützung stand das
Café Zuflucht während dieses sich über vier Jahre hinziehenden Prozesses nicht alleine da. „Gerne
erinnern wir uns an die vielen Menschen auf dem Aachener Markt 2018, die mit ihrer
Solidaritätsbekundung erheblich dazu beigetragen haben, dass die Insolvenz des Café Zuflucht in
letzter Minute noch abgewendet werden konnte. Außerdem freuen wir uns über die Würdigung und
Wertschätzung unserer Arbeit durch die hohe Auszeichnung mit dem Integrationspreis der Stadt

Andrea Genten                                    Martin Hilgers                              Erik Sauer
Vorsitzende Refugio e. V.                  Vorstand Refugio e. V.                Vorstand Refugio e. V.

 

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Andrea Genten, Susanne Bücken

Vorsitzende Refugio e. V. Geschäftsführerin Café Zuflucht

Vorstandcafe-zuflucht.de  /  s.bueckencafe-zuflucht.de
+491637713768                                   +49 15787491999

 

Jens Dieckmann
Rechtsanwalt des Mitarbeiters
becher-dieckmann@gmx.de
 


NEUE Rufnummern der Beratungsstelle Café Zuflucht

Bitte beachten Sie, dass sich ab dem 14.09.2021 die Rufnummern der Beratungsstelle und der Mitarbeitenden vom Café Zuflucht geändern haben.

Weitere Infos unter: https://www.cafe-zuflucht.de/ueber-uns/mitarbeitende

Ihr Café Zuflucht Team

  

Café Zuflucht

Jülicher Straße 114a, 52070 Aachen
T: (02 41) 997877 - 40
F: (02 41) 99 7877 - 48
info@cafe-zuflucht.de

Termine zurzeit nur nach Vereinbarung. Zu folgenden Zeiten können auch persönlich Termine vereinbart werden:
Mo./Di./Mi./ 10 - 13 Uhr
Do. 17-20 Uhr
Fr. geschlossen

 

Verfahrensberatung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Jülicher Straße 114a 114a, 52070 Aachen
T: (02 41) 997877 - 33
F: (02 41) 99 7877 - 48
info.umf@cafe-zuflucht.de

 

  

Die Beratungstelle Café Zuflucht finden ab sofort in der Jülicher Straße 114a, 52070 Aachen

Aktuelles


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Das nehmen wir nicht hin und klagen die Verantwortlichen dieser Menschenrechtsverletzungen an! Wir wollen ein Deutschland und ein Europa, in dem Menschenrechte #unverhandelbar sind! Denn die viel zitierten Reden von europäischen Werten und Menschenrechten haben nur dann einen Wert, wenn sie für alle gelten - an Europas Außengrenzen als auch in den EU-Mitgliedsstaaten. Wir machen sichtbar wer sich gegen Menschenrechte stellt! Wer die Aufnahme Schutzsuchender nach Deutschland trotz breiter Aufnahmebereitschaft blockiert, wer Push- und Pullbacks im Rahmen von Frontex- und EUNAVFOR MED-Einsätzen unterstützt, wer zivile Seenotrettung kriminalisiert und wer das Recht auf Asyl und Familiennachzug systematisch verhindert
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Achtung: NEUE Rufnummern der Beratungsstelle Café Zuflucht

Bitte beachten Sie, dass sich ab dem 14.09.2021 die Rufnummern der Beratungsstelle und der Mitarbeitenden vom Café Zuflucht geändern haben. Weitere Infos unter: www.cafe-zuflucht.de/ueber-uns/mitarbeitende Ihr Café Zuflucht Team Die Beratungstelle Café Zuflucht finden absofort in der Jülicherstraße 114a, 52070 Aachen
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