• 2021 Moria Lesbos ©Willi Filz
  • 2021 Lesbos ©Willi Filz
  • 2019 Zaun am Fährhafen ©Thomas Müller
  • 2021 Lesbos ©Willi Filz
  • 2020 Moria Lesbos ©Willi Filz
  • 2019 Camp im Calaiser Jungle ©Uwe Schlüper

Café Zuflucht erhält Unterstützung von Studierenden des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung Aachen durch Spendenkampagne

Im Rahmen unseres Abendstudiums zum Betriebswirt führt unsere Projektgruppe, bestehend aus Frederick, Adil, Moritz und Markus, das Projekt mit dem Titel "Spendenkampagne Café Zuflucht" durch. 

Wir sind schnell auf die Beratungsstelle und Menschenrechtsorganisation Café Zuflucht bzw. auf dessen Trägerverein Refugio e.V. aufmerksam geworden, da wir gezielt nach einem Verein gesucht haben, der sich für einen guten Zweck einsetzt. 

Unsere gesamte Projektgruppe hat bisher wenig Bezug zum Thema Asyl und Flucht gehabt. Daher bietet sich nun für uns auch die Gelegenheit uns intensiver damit zu beschäftigen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. 

Wir haben erfahren, dass das Café Zuflucht für die Beratungs- und Menschenrechtarbeit auf Fördermittel sowie auf Spenden aus der Zivilgesellschaft angewiesen ist, um Personal- und Sachkosten abzudecken. 

Auch durch die Optimierung der Internetseite (Barrierefreiheit, Übersetzungsfunktion und Bilder) möchten wir potenzielle Spender:innen von der menschenrechtlichen Arbeit und der gesellschaftlichen Bedeutung des Café Zuflucht überzeugen und hierfür die Reichweite erhöhen. Durch eine wiederholungsfähige Spendenkampagne auf der Plattform "betterplace.org" möchten wir mehr Möglichkeiten des Vereins für Investiotionen und Weiterentwicklung schaffen. Denn durch im besten Fall hohe und regelmäßige Spenden würde Refugio e.V. zusätzlich finanzielle Mittel und dementsprechend zum Beispiel folgende Möglichkeiten erhalten:

Eine größere Unabhängigkeit von Fördermitteln, darüber hinaus Investitionsmöglichkeiten und eine nachhaltige Sicherung der Arbeit des Café Zuflucht.

Die Spenden tragen also direkt dazu bei, dass geflüchtete Menschen Teil unserer Gesellschaft werden können und dass sich der Verein stärker für eine gleichberechtigte, offene und pluralistische Gesellschaft einsetzen kann. Wir hoffen (besonders in der Weihnachtszeit) auf eine erfolgreiche Spendenkampagne und berichten im Januar 2022 dann abschließend an dieser Stelle in einem weiteren Beitrag darüber.

Die Projektpräsentation in der Fachschule findet dann am Samstag, dem 22.01.2022 in den Räumlichkeiten des BWV Aachen (Lothringerstr. 10) statt. Die Präsentation ist öffentlich und kann gerne besucht werden.


Migration FRAGIL

 

„Migration Fragil“ ist das Gegenteil von Heimat. Die Arbeit handelt von Menschen, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben. Menschen, die sich auf den sehr brüchigen Weg gemacht haben, mit dem Ziel einen sicheren Ort für sich und ihre Familie zu finden.

Willi Filz fotografiert Menschen. Er will den Migranten ein Gesicht geben, nicht als Bittsteller und nicht als Opfer. Er will Ihnen Würde geben, ohne deren Erlebtes oder deren Geschichte verheimlichen zu wollen. Er zeigt nicht nur die Migranten, sondern auch die Helfenden der NGOs und die griechische Bevölkerung selbst, die durch die Situation betroffen ist.

Alle Bilder sind auf Lesbos, Griechenland entstanden. Die Insel, wenige Kilometer von der Türkei entfernt, ist eine traurige Berühmtheit geworden. Das größte europäische Flüchtlingslager befindet sich dort. Nachdem Moria 2020 durch Feuer zerstört wurde, hat die Regierung ein neues Lager, Kara Tepe, auch Moria 2 genannt, aufgebaut.

In Willi Filz Fotografie spiegelt sich seine Ausbildung wieder. Sein Schwerpunkt im Studium war die Reportage, diesen erzählenden Stil hat er für sich weiterentwickelt. Es geht ihm nicht um das Erzählen durch Fotos von konkreten, zeitlich bestimmten Begebenheiten, sondern um eine bewußte Sicht auf die Welt.

Willi Filz hat sich in der Vergangenheit immer wieder fotografisch mit dem Thema Grenze und Migration auseinandergesetzt.

Migration an der europäischen Außengrenze ist zu einem humanitären Thema geworden. Die Frage ist aber vielschichtiger als der erste Eindruck es erscheinen lässt. Es stellt sich die Frage, wie wir ein pluralistisches, offenes Europa gestalten wollen? Wie gehen wir, Europa, mit unterschiedlichen Sichtweisen um? Welches sind unsere europäischen Werte? Wo sind diese Werte beim Wissen um die Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern? Wo bleibt die Würde, die jedem Menschen angeblich zusteht?

 

08. April 2021

 

www.willi-filz.com


Humanitäre Krise am Ärmelkanal

 

Seit Mitte der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts bilden sich in Nordfrankreich insbesondere in der Hafenstadt Calais informelle Camps – die Jungles – von Migrant_innen auf ihrem Weg nach England. Der größte dieser Jungles mit über 10.000 Bewohner_innen wurde 2016 durch die französischen Behörden zerstört.

War Calais in den ersten Jahrzehnten Zwischenstation von Migrant_innen, deren Ziel von Anfang an England war, waren es in den letzten Jahren immer häufiger Menschen, deren Asylantrag in anderen europäischen Ländern – u.a. Deutschland – abgelehnt worden war. Sie erhoffen sich eine zweite Chance in England.

In Calais lässt sich gut beobachten, wie vorgelagerte Grenzkontrollen an den Außengrenzen der EU funktionieren, da England seine Grenzkontrollen auf französischem Boden verlegt hat. Calais hat sich zu einer Festung entwickelt. Die französischen Behörden errichten immer höhere und nahezu undurchdringliche Grenzsicherungen, wie z.B. hohe Zäune mit Klingeldraht, um Migrant_innen zu hindern, in den Fährhafen oder zum Eurotunnel zu gelangen.

Die Situation der Migrant_innen in Calais ist geprägt durch tägliche Schikanen und Gewalt durch die französische Polizei, permanente Räumungen ihrer Camps, aber auch durch Unterstützung zahlreicher ortsansässiger NGOs.

Weitere Informationen können den folgenden Publikationen entnommen werden

Dynamiken der Jungles. Calais und das europäisch-britische Grenzregime | bordermonitoring.eu

Querung des Kanals. Calais, der Brexit und die Bootspassagen nach Großbritannien | bordermonitoring.eu

Seit anderthalb Jahren existiert auch ein Blog, der über aktuelle Entwicklungen informiert.

JungleOfCalais – Migration und Grenze in Nordfrankreich und Benelux. In Kooperation mit bordermonitoring.eu

(Uwe Schlüper)




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